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01.04.2010

Tierkommunikation - Eine alte Sprache neu entdeckt

Erschienen im Elexier April-Juni 2010.


Telepathie ist wohl die älteste Sprache auf dem Planeten überhaupt. Die Vermutung liegt nahe, dass unsere Vorfahren, damals noch keulenschwingend, mit Fellschurzen bekleidet und gutturale Laute ausstoßend, sich doch bereits mittels Gedankenübertragung verständigt haben. Auch heute noch ist die „Sprache des Herzens“ oder „Alte Sprache“ in Ursprungsvölkern, fernab von dem, was wir Zivilisation nennen, über den ganzen Erdball bekannt und genutzt. Ihre Wiederentdeckung ist Teil des Wassermann-Zeitalters, wo Außersinnliches, Ungewohntes, mit herkömmlichen Methoden nicht Beweisbares seinen Platz findet.

 

Auch der Stellenwert des Tieres hat sich in der neuen Zeit stark verändert. Tiere spielen in unserer Gesellschaft eine immer größere Rolle. Sie sind unsere Verbindung zur Natur, ergänzen oder ersetzen unser Beziehungsnetz, begleiten uns in Alltag und Freizeit, werden sogar als Therapeuten, Rettungshelfer oder gar in der medizinischen Diagnostik eingesetzt.

 

Tiere lieben und verstehen


Menschen, denen Tiere am Herzen liegen, möchten nur zu gerne mehr davon erfahren, was in ihrem Tier vorgeht. Geht es allerdings darum, den Tieren Bewusstsein, Gefühle, Ansichten bezüglich ihres Lebens und ihrer Lebensumstände zuzugestehen, scheiden sich die Geister schnell einmal. Passionierte Tierhalter sind jedoch leicht zu überzeugen, ist es doch gerade die innige Verbundenheit mit ihren Tieren, die sie so beglückt, und
manch einer sagt über sein Tier „es fehlt ihm nur noch die Sprache, denn es versteht jedes Wort“.

 

Der Schritt in der Verständigung


Wie ist nun also dieser nächste Schritt in der Verständigung zwischen zwei Wesen einer ungleichen Spezies zu tun? Es ist am Menschen, sich auf den Weg zu machen. Alle Wesen, einschließlich des Menschen, werden mit der Fähigkeit, sich telepathisch zu verständigen, geboren. Uns Menschen wird diese Gabe aber meistens schon in früher Kindheit aberzogen, sozusagen weg-sozialisiert. Unsere Innere Stimme, unser intuitives Wissen und unser Fühlen haben in der rationalen Gesellschaft einen kleinen Stellenwert. Dabei ist es gerade das, was uns für die Tierkommunikation prädestiniert.

 

Magie


Tiere teilen sich oft nur mit ganz kleinen Gesten, dafür aber umso mehr mit telepathisch gesendeten Informationen mit. Wer es versteht, sich für diese Botschaften zu öffnen und sich überwinden kann, seine inneren Zweifel beiseite zu legen, auf die Stimmen, Eindrücke, Bilder und Gefühle zu lauschen, die uns die Tiere übertragen, betritt ein Reich der Wunder und der Magie. Plötzlich wird die „stumme Kreatur“ lebendig, erwacht zu einer ganz eigenen Ausdrucksform; entwickelt Eigeninitiative, Kreativität, Humor, Wohlwollen, Hilfsbereitschaft und Grazie. Es ist letztendlich ganz leicht:

Man lege den anthropozentrischen Gesichtspunkt beiseite, fühle sich als ein ganz bestimmtes Tier in seinem momentanen Lebensbereich, schaue durch seine Augen, erlebe durch seine Sinne, fühle durch seine Empfindungen, und schon breitet sich in unserem inneren Erleben die ganze gefühlte Realität des anderen Geschöpfes aus.

Jetzt aber heisst es innehalten, den inneren Zweifler stille zu verweisen, um nicht die soeben gewonnenen Eindrücke und Erkenntnisse wieder in die Flucht zu schlagen. Es braucht Zeit, Geduld und Übung, um sich diese Fähigkeit mehr und mehr zu einer Gewohnheit zu machen, ähnlich dem Autofahren – zuerst mühsam und ängstlich verkrampft erlernt, später in aller Selbstverständlichkeit ausgeübt.

Den meisten von uns gelingt dies sofort in einigen Unterrichtsstunden. Einige tun sich etwas schwerer, so als ob sich etwas in ihnen fürchten würde, die sichere Warte menschlicher Überlegenheit zu verlassen. Aber auch ihnen gelingt es, vorausgesetzt sie verfügen über die nötige Geduld und Ausdauer, ihren inneren Kritiker zu beschwichtigen und den Weg zurück zur Natur aufzunehmen.

 

Die Verbundenheit zwischen Allem-was-ist


Die Tiere vergelten uns unsere neue Fähigkeit hundertfach. Sie erzählen uns von ihren Sorgen, Schmerzen oder Wünschen. Sie machen uns auf Vergessenes aufmerksam, sei es nur der Regenschirm bei vorerst noch sonnigem Wetter, weil sie mit ihrem untrüglichen Gespür das kommende Unwetter schon längst voraussehen - oder aber sie erzählen uns, weshalb sie bei uns leben, was ihre Aufgabe in unserem Dasein ist und wozu sie uns begleiten.

 

Kommunikation mit Pferden


Die Zusammenarbeit mit dem Menschen ist für viele Tiere, insbesondere aber für Pferde, ganz besonders schwierig. Kein Tier muss im Umgang mit dem Menschen seinen Körper dermaßen gänzlich zur Verfügung stellen wie das Pferd. Als Fluchttier empfindet es seinen Körper als sehr verletzlich; der Mensch hingegen erlebt es als großes, oft heftiges oder gar gefährliches Wesen. Ein widersetzliches Pferd wird für den Menschen schnell einmal lebensbedrohlich. Das Pferd aber ist widersetzlich, weil es sich fürchtet, oder Schmerzen hat, oder beides zusammen.

Die Gründe für Schmerzen beim Pferd sind häufig die mangelhafte Ausbildung des Pferdes als Reittier, die beim Tragen des Reitergewichtes Spannungen verursachen, oder aber eine mangelhafte Ausbildung des Reiters, so dass das Pferd beim Gerittenwerden Schmerzen empfindet (oder beides zusammen). Die dabei entstehende Verunsicherung des Pferdes führt erneut zu für den Reiter schwierigem Verhalten – ein  verzweifelter Teufelskreis.

Hier suchen viele Betroffene Hilfe in der Tierkommunikation, und beide, Mensch und Pferd, sind unendlich dankbar, wenn die Gründe für die Konflikte verbalisiert werden können. Das Pferd wird mitteilen, dass der Sattel drückt, der Rücken schmerzt, das Turnier überfordert, der Reiter schief sitzt oder sich am Zügel festhält, oder dass der Büro-Stress, direkt in den Stall gebracht, das Pferd ängstigt und verwirrt. Fütterungsfehler können aufgedeckt werden, aber auch traumatische Erlebnisse beim Vorbesitzer oder beim Einreiten. Die meisten Pferde wissen nicht, wie verletzlich ein Mensch ist. Entsprechend erstaunt ist dann ein Pferd, wenn es erfährt, dass ein Reiter beim Sturz vom Pferd verletzt oder gar sterben kann, und nicht wenige Pferde haben nach so einer Information nie mehr gebuckelt.

 

Beispiele aus der Praxis


Die Kommunikation mit Tieren steckt immer wieder voller Überraschungen: Es bewahrheitete sich zum Beispiel, als ein Fohlen nach einer sehr schweren Verletzung seiner Wirbelsäule sagte, dass es nicht sterben müsse und als erwachsenes Pferd gesund und leistungsfähig sein würde. Eines morgens weckte mich eine meiner Hündinnen, um mich sehen zu lassen, dass Kater Charly hoffnungslos in einem Schafzaun aus Nylon-Knotennetz verheddert war und dringend meine Hilfe brauchte. Eine Hündin verriet mir, was sich meine Mutter zum Geburtstag wünschte, und es gäbe noch viele weitere Beispiele.

Wer Tiere liebt und wem die Schöpfung am Herzen liegt, wird in der neuen, „alten Sprache“ eine unerschöpfliche Quelle an Freude, Humor, Verbundenheit, Weisheit und Glück finden – ein weiteres wundervolles Geschenk, das uns Mutter Erde machen möchte. Nehmen Sie es an!

 

Helen Gerber Sirin


geb.1957
- nach dem Abitur 1 Jahr Tiermedizin-Studium
- 1980 - 2001 Krankenschwester, Oberschwester an Uniklinik Bern, dazwischen drei Jahre Tierpflegerin an der Veterinär-Uniklinik Bern
- Practitioner 1 der Tellington-Methode für Pferde, für Hunde und Katzen
- Practitioner 1 in Centered Riding von Sally Swift
- Muskeltherapie und Akupressur für Pferde
- Shiatsu für Pferde, klassisches Reiten, Westernreiten, Fahrsport
- Katzen-Ethologie, Katzenzucht
- 40 Jahre Hundehaltung, Hundesport
- Astrologie SAF und AFS
- 1998 - 2009 Aus- und Weiterbildung in telepathischer Kommunikation durch Penelope Smith, USA
- seit 1999 vollberufliche Tierkommunikatorin und Lehrerin für Tierkommunikation
- 2009 Gründung der Schule für Tierkommunikation und geistige Arbeit ALUNA

 

 


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