< Gespräche zwischen Tier und Mensch - Fragen an die Tierkommunikatorin Helen Gerber Sirin
01.05.2007

Das Pferd Dolly war meine Tierfreundin

Erschienen in der vita sana sonnseitig leben 5/2007


Wenn diskutiert wird, ob Tiere eine Seele haben oder nicht, kann ich nur lächeln: Die Erfahrungen mit meinem Pferd Dolly haben mir genügend gezeigt, dass auch Tiere beseelte Geschöpfe Gottes sind. Wie gut erinnere ich mich an unsere erste Begegnung! Das war Liebe auf den ersten Blick, vor
mir stand mein Kindheitstraum, ein schwarzes Pferd mit einem weissen Stern auf der Stirn.
Ich bin überzeugt, dass Dolly auch mich sofort ins Herz geschlossen hat, Tiere leben und empfinden viel intensiver als wir uns überhaupt vorstellen können.
Meiner Dolly verdanke ich viel Trost in schweren Stunden, aber auch die Freude über gemeinsam errungene Siege beim Springreiten.
Es kam der Tag, dass sich Dolly bei einem Springreiten überschlug und ich ebenfalls zu Boden donnerte. Was war da los? Ich brachte das Tier zu Röntgen-Untersuchungen ins Tierspital Bern, wo eine Entzündung im
Kreuzgelenk und Arthrose-Abnützungserscheinungen festgestellt
wurden. Selbstverständlich hielt ich mich an den tierärztlichen Rat; Dolly während eines halben Jahres nicht zu reiten.
Nachdem auch Behandlungen eines Chiropraktikers erfolglos geblieben waren, nahm ich Kontakt auf zu einer im Zimmerwald tätigen Tierkommunikatorin. Zu einer Frau also, die auch auf Distanz mit einem Tier in Verbindung treten und dessen Empfindungen in Worte fassen und
weitergeben kann. Erstaunlich, Helen Gerber wollte zu Beginn unseres Telefongesprächs einzig den Namens des Tieres und die Farbe seines Fells wissen. Danach durfte ich Fragen stellen zu Dolly, die sich ja weit entfernt
von mir zur Rehabilitation auf einer Weide befand. Ich wollte von der Tierkommunikatorin erfahren, weshalb meine sonst sanftmütige Dolly bei Transporten im Anhänger häufig in Panik gerate und nach anderen Pferden ausschlage.
Zwar wusste ich, dass Dolly aus Polen angereist war. Aber mit Erschütterung erfuhr ich, dass das Tier die Fahrt westwärts zusammen mit für den
Schlachthof vorgesehenen Pferden hatte machen müssen. Auf dem Transport erlebte sie, wie mehrere Pferde neben ihr tot zu Boden sanken. Durch die Tierkommunikatorin erfuhr ich, dass Dolly früher beim Überqueren
von Hindernissen mit der Peitsche geschlagen worden war und sich bei einem Sturz den Halswirbel gebrochen hatte - die aktuellen gesundheitlichen Beeinträchtigungen des Tieres hatten mit jenem Unfall zu tun. Was ich
da alles zu hören bekam, erschütterte mich. Aber immer noch blieb ich ein klein wenig skeptisch.
Deshalb fragte ich die Tierkommunikatorin, ob sie an meinem Pferd irgendwo eine Narbe erkennen könne. Als Frau Gerber mich fragte ob sich diese Narbe
über Dolly's linkem Auge befinde und ich dies nur bej ahen konnte, musste ich ein paar Mal leer schlucken. Später liess mich die Tierkommunikatorin
wissen, dass das Monica Surer Pferdefreundin und -Besitzerin, Rothenjl.uh auf Dolly Pferd Akupunkturbehandlung wünsche. Diese halfen so gut, dass
wir noch dreieinhalb Jahre lang miteinander ausreiten konnten.
Und dann liess mir Dolly mitteilen, dass sie nun erschöpft sei und überall Schmerzen verspüre. Sie bat mich, sie gehen zu lassen und von ihr Abschied zu nehmen. Ich brauche wohl nicht zu sagen, dass mir dieser Abschied unendlich schwer gefallen ist.
Ich habe ein «Gebet eines Pferdes» verfasst, in dem es unter anderem
heisst: «Und wenn es einmal zu Ende geht, lieber Menschenfreund...
verkaufe mich nicht. Liefere mich keinem Fremden aus, der mich langsam
zu Tode quält und verhungern lässt. Sei so gütig und bereite mir einen schnellen, barmherzigen Tod. Gott wird es dir lohnen, hier und in Ewigkeit. Lass mich dies von dir erbitten und glaube nicht, dass es mir an Ehrfurcht fehlt, wenn ich es im Namen dessen tue, der in einem Stall geboren wurde.»
Meine Pferdefreundin Dolly und ich bleiben uns auf geheimnisvolle Weise über den Tod hinaus verbunden, da bin ich mir sicher.


Dateien:
20070501_VitaSana.pdf871 K