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01.04.2007

Gespräche zwischen Tier und Mensch - Fragen an die Tierkommunikatorin Helen Gerber Sirin

Erschienen in der Lichtwelle 04/2007.


In allen Menschen ist die Fähigkeit zur telepathischen Kommunikation angelegt. ei e Fähigkeit, die die meisten heute unbewusst nutzen. Die modernen elektronischen Medien e auben, über weite Distanzen zu kommunizieren, frei von Raum und Zeit - ein Vorgeschmack der unbegrenzten telepathischen Kommunikation. Helen Gerber Sirin berichtet über Ihren Werdegang, ihre anfänglichen Zweifel, ihr wachsendes Vertrauen in die Möglichkeiten der telepathische Kommunikation mit Tieren. Sie beschreibt in klaren Worten, wie und auf welchen Ebenen sie mit Tieren spricht und wie sie Tieren hilft, ihre Bedürfnisse und Anliegen verständlich zu machen.

 

Mit Helen Gerber Sirin sprach Bernhard Engler.

 

Das Gespräch mit der Tierkommunikatorin fand in passendem Rahmen statt: Man verlässt die städtische Agglomeration, nähert sich einem lauschigen Bauernhaus in einem abgeschiedenen Weiler, hält Ausschau nach
angriffsbereitem Hofgetier, parkiert sein Auto neben drei wuchtigen Hähnen und wird von Frau Gerber und ihren zwei erwartungsfrohen Hunden empfangen. Am Küchentisch - der eine Hund knabbert einem bereits vertraulich an der Hand herum - notiert man für die Statistik, dass die Gesprächspartnerin ausserdem 11 Katzen, 5 Pferde, 4 Hennen und 4 Enten besitzt. Doch als erste Frage drängte sich ein Punkt auf, der in Helen Gerbers Prospekt sofort ins Auge sprang. Gemäss ihrer Biografie war die Tierkommunikatorin früher Krankenschwester.

Frau Gerber, von aussen gesehen waren Sie als Oberschwester in einem Grossspital "gut im Geschäft", und dann sind Sie plötzlich auf Tierkommunikation umgeschwenkt.

 

Nein, ich bin nicht so plötzlich auf Tierkommunikation umgeschwenkt, denn die Tiere waren  immer mein Lebensinhalt. Aber da ich versucht habe tüchtig zu sein und "normal", habe ich eben eine normale Karriere angefangen, das heisst ich habe das Abitur gemacht und ein Jahr Veterinärmedizin studiert, um etwas Tieren zu tun. Das war aber ein Flop, weil wir dort frisch getötete Tiere untersuchen mussten. und dies entsprach nicht meiner Vorstellung von Zusammenleben oder Zusarnmenarbeit mit Tieren. Nach einem Jahr hörte ich auf und wurde mangels besseren Wissens Krankenschwester, später Oberschwester. Jahre danach zog es mich
für drei Jahre zurück in die Tierpflege, und dort verbrachte ich eine sehr glückliche Zeit, bis mich eine innere Stimme wieder in die Humanmedizin drängte. Ich hatte Glück, dass ich als gewöhnliche Pflegende arbeiten konnte. denn der Schritt von der Oberschwester in die Tierpflege war ein unverzeihlicher Karrierebruch gewesen.

 

Und trotzdem ging's wieder zurück zu den Tieren.

 

Als ich 40 Jahre alt wurde, habe ich meinen Freunden halb im Scherz, aber eben auch halb im Ernst gesagt, ich wisse nicht, was ich mal werden wolle, wenn ich grass sei. Was ich tat, war nicht wirklich das, was in mir angelegt ist. Aber was es ist, wusste ich nicht - auch nicht, dass es die Tiertelepathie gibt, dass man mit Tieren sprechen kann. Kurz vor meinem nächsten Geburtstag habe ich durch ein Buch davon erfahren, durch "Gespräche mit Tieren" von Penelope Smith. Dort schreibt sie, dass alle Menschen telepathisch sind, dass wir telepathisch geboren werden, dass die ganze Schöpfung auf Telepathie aufbaut, aber dass uns die Telepathie absozialisiert wird. Ich las, dass man sie lernen könne, und so flog ich nach Kanada, um bei ihr zu lernen. Aber ich habe ehrlich gesagt nicht daran geglaubt. Irgendwo in einem Stübchen meines Gehirns dachte ich, dass die Frau lügt - trotzdem musste ich hingehen und schauen, ob es nicht doch wahr sein könnte.

 

Wie reagierte Ihr Umfeld darauf?


Als ich damals aufbrach, haben meine engeren Bekannten gesagt: "Na, jetzt gehst du nach Hause, jetzt gehst du dahin, wo du hingehörst." Ein Teil in mir war mit dieser Meinung einverstanden, ein anderer Teil wollte es nicht so sehen. Die Kritik an meinem Vorhaben kam eher von mir selbst.


War für Sie von Anfang an klar, dass diese telepathische Kommunikationsarbeit mit Tieren stattfindet? Sie hätten ja auch Geistwesen channeln können, so, wie man es normalerweise kennt.

Das hätte ich vielleicht gekonnt; es kommt mir aber völlig fremd vor und war offenbar überhaupt nicht das Thema. Für mich waren die Tiere mein ganzes Leben lang enorm wichtig; Tiere sind ein Zuhause, eine Zuflucht, denn ich bin in unstabilen Verhältnissen aufgewachsen. Als Kind war ich nicht gut geschützt und so haben mich die Tiere getragen und gestützt, sie haben mir mein Überleben sichern geholfen und dadurch habe ich mein Heim nicht bei den Menschen gefunden und habe es dort auch nicht gesucht. Mich mit Menschen unterhalten zu müssen war mir oft eine Pein, ich war nahezu eine Menschenfeindin.


Und dies als Krankenschwester ...

 

... als die ich 25 Jahre gearbeitet habe, und das war wirklich schwer. Ich war eine gute Krankenschwester, das weiss ich heute, aber ich hatte keinen leichten Zugang zu Menschen, was das Verbale angeht. Und dann Medialität zu lernen und den Menschen noch näher zu kommen - das wäre völlig abwegig gewesen. Hingegen war es seit meiner frühesten Kindheit mein Wunsch gewesen, die Tiere zu verstehen, und dahinter wirkten auf mich verschiedenste Märchen, wie jenes mit der Gänsemagd am Brunnen und das mit dem sprechenden Pferd. Ich hörte als Kind diese Märchen und fragte mich dauernd, warum es Leute gibt, die mit Tieren sprechen können. Das wollte ich auch. Aber ich dachte eben, es wäre eine Fiktion - trotzdem spürte ich immer dieses innere Sehnen. Noch heute kann ich ganz viele Tierstimmen nachahmen, weil ich auf diesem Weg versucht habe, mit Tieren zu sprechen. Die Person, die mir besagtes Buch in die Hände gelegt hat, ist zum wegweisenden Engel geworden.

 

Sie sind also nach Kanada geflogen, zweifelnd.
Wie kamen Sie zurück?


Immer noch mit vielen Zweifeln. Aber während des Kurses hatte ich ein Schlüsselerlebnis. Neben dem Zentrum gab es einen Hühnerhof und wir wurden, nach vorherigen Übungen, dorthin geschickt, um die Hühner sprechen zu hören. Ich stand also da und mein Verstand überfiel mich mit: "Mensch, Gerber, du stehst mitten in der Hühnerkacke und versuchst mit Hühnern zu sprechen - was soll das?" Ein anderer Teil in mir sagte: "Komm schon, du bist bis hierher gelangt, jetzt machst du weiter." In diesem Hof mit 30 bis 40 Hühnern sah ich auch zwei Enten und nahm wahr, dass sich diese nicht wohl fühlten. Sie gehörten nicht zu den Hühnern und hatten auch kein Wasser zum Schwimmen. Ansonsten lief nichts weiter und wir kehrten zur Gruppe zurück, um Feedback zu geben. Ich sagte, dass ich nichts empfangen hätte, dass bei mir nichts passiert wäre. Penelope Smith insistierte und fragte, was ich dann erlebt hätte, und so erzählte ich von den beiden Enten, die sich nicht wohl fühlten. "Eben, das ist es", sagte Smith und ich dachte: .Ah, das ist alles? Ich muss nur fühlen? Ja, das kann ich." Ab diesem Punkt lief die Sache und es war nicht nur ein Fühlen der Tiere, es kamen auch innere Dialoge dazu.

 

Mit wem?


Ein Huhn erzählte mir, dass es Gruppensprecherin sei, das "Sprechhuhn". Es erzählte von den Vögeln, die über das Gehege flogen und ihnen die News erzählten, so wie wir auf eine andere Art unsere Nachrichten empfangen. Als ich von Kanada zurückkam, war ich einerseits noch voller Zweifel und hatte auf der anderen Seite bereits mit einer Anzahl von Tieren gesprochen, auch auf Distanz, mit meinem Hund und meiner Stute zuhause. Ich ahnte, dass etwas ganz Wichtiges im Anzug war, aber in meinem Bewusstsein hatte ich keine Ahnung, was das sein könnte. Ich fragte Frau Smith: "Was tue ich nun mit dem?", und sie gab mir eine ihrer
typischen Antworten: "Was auch immer." Es ging dann so weiter, dass ich für die Tiere meiner Freunde Übersetzungen machte; dann hat die Presse davon Wind bekommen, sinnigerweise zuerst die Zeitung mit dem Namen .Berner Bär".


Aber jetzt zweifeln Sie nicht mehr.

 

Ich beobachte noch jetzt an mir, dass wir aus zwei Teilen bestehen. Wir sind ein analytischer Teil und wir sind ein medialer Teil. Jeder Mensch hat das, was wir die innere Stimme nennen. Diese Stimme ist das, was der Verstand am schnellsten zum Schweigen bringen kann, und somit sind Zweifel immer möglich. Selbst Penelope Smith und andere Menschen, die mit Telepathie fundiert arbeiten, zweifeln genau gleich. Man muss den medialen Teil trainieren, ihm mehr Raum verschaffen, dann kann die innere Stimme wachsen und erhält mehr Sicherheit. Zweifel sind bei mir aber auch heute noch da.

 

Sie empfangen also die Stimme eines Tieres
und sind selber unsicher, ob nicht doch ihr eigenes Unterbewusstsein spricht?

Nein, das wäre misslich. Aber ich mache meine Kommunikation oft auf Distanz, sitze am Telefon, was für mich einfacher ist, als wenn ich den physischen Körper vor mir habe, der mich ablenkt. Eine, zwei Minuten, bevor mich jemand anruft, denke ich dann plötzlich, dass ich das gar nicht kann. Dann läutet's, und schwupp bin ich drin. Es sind zwei Welten, aber sie durchmischen sich nicht mehr, sie laufen parallel und ich sage auch den Schülern in meinen Kursen, dass sie diese zwei Schienen laufen lassen sollen. Die eine Schiene trägt die Zweifel und die andere die Kommunikation. Es ist wie eine Parallele, die sich laut der Geometrie in der Unendlichkeit schneiden soll. In der Unendlichkeit, aber nicht jetzt, sonst gibt's eine Kollision. Wenn ich selber Zweifel habe, kann ich überdies auch präziser nachfragen, wie: "Kannst du es mir auf eine andere
Art erklären?" Auch die Fragetechnik ist sehr wichtig.

 

Für Ihre Arbeit ist es besser, wenn das Tier nicht physisch vor Ihnen steht. Trotzdem steht auf Ihrer Homepage, dass Sie ein paar Angaben wie den Namen, Rasse/Aussehen, Alter und Lebensumstände des betreffenden Tiers haben möchten. Ist dies nötig, zumal Sie doch zu einer "übergeordneten Ebene" des Tieres Kontakt aufnehmen? Diese Angaben helfen mir, Verbindung aufzunehmen, zum Beispiel wenn ich mit jemandem spreche, der zwei gleiche Tiere hat. Der Name des Tieres ist ein Energieträger und dient ebenso zur Orientierung, so wie wir es vom Internet her kennen: Wenn man eine klare Adresse hat, findet man auch die Seite sehr schnell. Auch die Angabe zu einer Rasse oder die Information zu einem Mischling geben mir Aufschlüsse, damit ich am Anfang nicht im Leeren herumsurfe. Es macht ja auch keinen Sinn. wenn jemand zum
Arzt geht und sagt: "Herr Doktor. ich bin krank, finden Sie bitte heraus wo." Zudem frage ich manchmal, wie lange das Tier schon bei seinem Besitzer ist. Wenn das Tier Angst hat verlassen zu werden und es schon zehn Jahre dort ist, stimmt was nich . Wenn es erst ein paar Monate dort ist und vorher im Tierheim war, sieht die Sache anders aus. Ein grosser Teil des heilenden Aspektes besteht darin, das Tier zu verstehen. Verstehe bringt Heilung. Und zwar im Herzen verstehen und nicht im Kopf.

 


Wie empfangen Sie die Stimmen der Tiere? Als innere Stimme, als Symbole oder anders? Die beste Form ist diejenige des Fühlens. Ich muss mein Fühlen so stark präzisieren, erweitern, vertiefen, dass ich alle Informationen erhalten kann, die es gibt. Oder anders gesagt: Wenn zwei nicht menschliche Wesen miteinander kommunizieren - also auch Bäume oder Engel - werden ganze Komplexe übermittelt: Gefühle, Gedanken, Bilder, Geräusche, Gerüche, Vergangenheit, Gegenwart, Zukunft, Körperempfindungen. Wenn wir Menschen die Telepathie erlernen, dann ist bei jedem Menschen diese Schiene, auf der er empfänglich ist, etwas anders
angelegt. Es gibt auch Leute, die Wissen bekommen, sie wissen etwas einfach. Es ist egal, auf welcher Schiene man anfängt, Hauptsache, sie lässt sich erweitern, Später ist es von eminenter Bedeutung, dass man weiter an sich arbeitet. Wenn ich am Anfang Symbole erhalte, ist das erfreulich, aber wenn ich damit stehen bleibe, ist es schade. Ich muss mich in meinem Fachgebiet ständig weiterbilden, verfeinern, immer besser werden. Ich kann nicht nur beim Gedankenlesen bleiben; denn die gedankliche Übertragung schliesst die Gefühle aus. Wenn also ein Hund aus dem Tierheim kommt und zu seinem Besitzer sagt, dass er manchmal nicht sicher sei, ob er bei ihm bleiben dürfe, ist dies eine Gedankenübermittlung. Wenn ich aber in sein Fühlen hineingehe und dort das ganze Spektrum seiner Erfahrungen erfühlen und übersetzen kann - auch mit Bildern und Gerüchen, wie er früher gehalten und versäubert wurde -, erst dann kann ich dem Hund helfen, ihn verständlich machen. Wenn ich bloss Gedanken übermittle, worauf sich leider sehr viele Tiertelepathinnen
beschränken, dann bin ich für den Hund noch keine Hilfe. Erst mit dem Fühlen kann ich dem Menschen zeigen, wie es um sein Tier steht. Zudem habe ich dem Hund gezeigt, dass es Menschen gibt, die sich für sein Fühlen interessieren. Und drittens ermöglicht das Verstehen eine Heilung. Dies muss mit der Quantenphysik in Zusammenhang stehen, basierend auf den Gesetzen der Resonanz. Sie bilden auch Interessierte aus. Wie merkt man, ob sich bei diesen das Tier oder eher die eigene Person meldet? Man merkt es nicht immer, aber man merkt es sehr oft und sehr klar. Zum Beispiel wenn das, was das Tier sagt, schneller hereinkommt als die eigenen Gedanken. Wir kennen die Begriffe "in Gedankenschnelle", "wie ein Blitz", "es überfiel mich schlagartig" - die Sprache weiss dies. Die Inputs von aussen sind schneller als meine eigenen Konstrukte. Es kann
auch sein, dass das, was das Tier mir sagt, so merkwürdig klingt, dass es nicht "auf meinem eigenen Mist" gewachsen sein kann. Ich erlebe oft, dass die Leute weinen, wenn sie kommunizieren. Sie sagen, sie hätten es sich sicher nur eingebildet, und meine Gegenfrage ist dann: "Würdest du wegen etwas weinen, das du dir nur einbildest?" Und schliesslich kann es sein, dass sich das Tier unmittelbar nach der Kommunikation verändert, und zwar deutlich.

 

Kennt das Reich der Tiere auch seine Geisttunrer, also eine Art höhere Instanz?

 

Ich weiss, dass jedes Tier einen Engel hat, und ganz sicher haben auch Gruppen von Tieren ihre Engel, wobei ich da nicht unbedingt behaupte, dass die Gruppen nach Spezies geordnet sind. Zum Beispiel haben die  Tiere meines Hofes gemeinsam eine höhere Instanz. Ich glaube nicht an die Gruppenseele der Hunde und die Gruppenseele der Ameisen, aber höhere Instanzen haben wir alle. Ich habe eher die Erfahrung von Gruppensprechern gemacht. Einmal hatte ich Ameisen in der Küche, die auf einer sechsspurigen Autobahn ins Whiskas- Döschen hinein und wieder heraus strömten. "Hey, so geht das nicht!", sagte ich, aber die
hörten nicht auf mich. Ich fragte nach dem Gruppensprecher; da meldete sich einer und wir regelten die Sache. Ich sagte zu ihm, sie sollten nicht in mein Haus zum Essen kommen, und er meinte, ich hätte doch genug. Das stimmte, und es war ja auch evident für sie, aber ich wollte sie trotzdem nicht im Haus haben. Wir machten dann einen Deal: Ich stellte ihnen jeden Tag etwas zum Essen vors Haus. Wir einigten uns auf eine Steinspalte in der Nähe und hielten uns dann beide an die Reg In. Es ging prima. Fällt der telepathische Kontakt mit einzelnen Tieren oder sogar Tierarten unterschiedlich leicht? Der Kontakt ist mit allen Tieren gleichermassen einfach, es kommt drauf an, was man als Thema wählt. Über Gott und die Welt und den Menschen kann man sowohl mit dem Pferd wie auch mit der Mücke sprechen. Es gibt innerhalb jeder Spezies, wie beim Menschen auch, denjenigen, der am liebsten sein Bierehen trinkt und seine Zigarre raucht und sich nicht gross um geistige Dinge kümmert, und es gibt eben unter den Tieren solche, die ständig Kurse besuchen und von der Welt lernen wollen. Bei den Tieren gibt es durchaus Entwicklungsstufen. Einer meiner Hunde war am Anfang ein so genannt normaler Hund, kam aus misslichen Verhältnissen und sollte eingeschläfert werden. Heute ist diese Hundedame hochspirituell; die könnte Ihnen dieses Interview auch geben.

 

Warum sind bei der Tiertelepathie die Pferde so präsent? Darf man daraus schliessen, dass Pferdeliebhaber sensitiver sind als Hamsterbesitzer?

 

Sicher ist halt mal der Silberfisch weniger spektakulär als das Pferd. Sie könnten auch mit den Silberfischen solche Themen diskutieren, das wäre nicht das Problem. Und der Hamster und die Kellerassel und die Spinne sind auch nicht so gefragt. Obschon man gerade mit den planetarisch ältesten Tieren sensationell kommunizieren kann, zum Beispiel auch mit den Zecken. Ich sehe das mit den Pferden eher so: Wenn sich ein Yorkshire Terrier schlecht benimmt, dann kann er dies sehr lange tun, bevor er wirklich missliebig wird. Wenn es ein Rottweiler ist, muss man recht schnell reagieren, und wenn es ein Pferd betrifft, kann es noch unangenehmer werden. Pferde können sich viel weniger lange schlecht benehmen, bis es uns auffällt, und daher braucht es mehr Pferdeflüsterer. Es gibt auch viel mehr Pferdebesitzer als früher, auch wenn mit der Industrialisierung das Fachwissen dazu erloschen ist und wieder erarbeitet werden muss.


Warum frisst mein Hund nicht mehr, wo finde ich meine Katze wieder - kommen die Menschen immer mit den gleichen Fragen zu Ihnen? Die Fragen oder die Hintergründe sind völlig unterschiedlich. Die Fragen verändern sich auch mit meiner eigenen Entwicklung. Am Anfang hatte ich noch einfache Fragen, und mit der Zeit immer extremere. Was ich oft wahrnehme, ist das Thema der Fremdenergien, also der Besetzungen. Kürzlich kam eine Frau zu mir, die zwei Hunde hat. Der eine ist ruhig, der andere gerät manchmal ausser sich, knurrt und kriegt furchteinflössende Augen. Die Frau hat dies auf sich und ihren Mann bezogen, aber der Hund zeigte eine verstorbene Angehörige, die nicht ins Licht gehen will, obschon ihr ebenfalls verstorbener Mann auf sie wartet. Die Frau will sich nicht von ihrem Platz wegbewegen. Der Hund sah dies, hielt es nicht aus und fand es stressig, dass die Menschen die Geisterscheinungen nicht wahrnehmen. Die mangelnde Empfindsamkeit der Menschen ist für die Tiere oft ein Thema. Ich bin dann die Übersetzerin und versuche, die Menschen empfindsamer zu machen. Ich erinnere mich an eine Frau, deren Katze täglich in die Wohnung pinkelte. Im Verlauf des Gesprächs kam heraus, dass ihr Ehemann gar nicht spricht, sich völlig zurückgezogen hat; dazu kommt, dass sich einer ihrer Söhne das Leben genommen hat, der andere drogenabhängig ist. Die Frau lebt in einer komplett voll gestopften Wohnung, nicht nur gefüllt mit Erinnerungen und Emotionen, sondern sie kommt auch nie mit leeren Händen aus einer Brockenstube - sie sammelt, was das Zeug hält. Zudem hat sie eine Freundin, die seit 20 Jahren krebskrank ist und bei ihr über ihr Leiden klagt. Diese Wohnung war auf jeder Ebene voller Müll. Das Einzige, was die Katze tun konnte, war, ihren Urin darüber zu spritzen; Urin ist für die Tiere eine sehr reine Flüssigkeit - das Reinste, 'las sie haben. Dadurch erreichte die Katze eine Reinigung durch Urin und veranlasste, dass die Frau wenigstens putzte.

 

Lässt sich auch mit verstorbenen Tieren Kontakt aufnehmen?


Selbstverständlich. Der Kontakt ist auch bei Tieren von der körperlichen Form unabhängig. Die Themen sind dann oft andere' die Tiere sind im Licht und sagen, dass es ihnen gut geht. Ich höre den Standardspruch, der an die Menschen gerichtet ist: "Wenn ihr wüsstet. wie schön es hier ist, ihr würdet euch nie mehr vor dem Tod fürchten." Ich höre das auch von verstorbenen Menschen, aber sie sind nicht der Hauptzweig meiner Arbeit. Wann sprechen Sie mit den Seelen der Menschen? Einfach so als Abwechslung? Wenn Ihnen das Tier zu wenig Informationen gibt? Es gibt verschiedene Auslöser. Ich hatte mal eine ehemalige krebskranke Kursschülerin. Von ärztlicher Seite hiess es. sie hätte noch zwei Jahre zu leben, und das hat niemand geglaubt - die Frau war sehr spirituell. sehr schön, die hat geleuchtet, und sie ist dann aber wirklich gestorben.
Mit ihr habe ich nach dem Tod gesprochen und sie sagte: "Du, ich habe gar keine Zeit, hier ist so viel zu tun." Sie hat schon vor ihrem Ableben spirituell sehr viel gearbeitet und machte drüben gleich weiter.

 

Pflegen Sie mit Tierärzten oder Tierspitälern aktiven Kontakt? Ich war im Tierspital Bern angestellt und die haben zwar gewusst, was ich mache, aber es kam von dort nie irgendein Zeichen. Die Schulmedizin grenzt sich klar ab, aber die privat Praktizierenden zeigen sich in meinen Kursen. Und auch dem Tierarzt, der meine eigenen Pferde betreut, kann ich problemlos erzählen, was meine Stute zu mir sagt. Und dann gibt es auch jene Tierärzte, die ganz offiziell mit Tiertelepathinnen zusammenarbeiten. Es gibt alles, von Ablehnung bis Integration, also auch Tierärzte, welche die Telepathie selber praktizieren und nicht mehr delegieren. Als Tierkommunikatorin arbeiten Sie nun seit über acht Jahren. Hat sich die eigene Sicht auf Ihre Arbeit mit der Zeit verändert? Die Spanne dieser Zeit empfinde ich wie ein ganzes Leben. Diese acht Jahre erscheinen mir länger als die vorherigen 41 Jahre, sie sind erfüllt von Schönheit und Intensität. Ich sehe fast nie mehr fern, weil dies mir so platt erscheint, wogegen das, was telepathisch oder spirituell geschieht - was wirklich ist, was hinter der Materie steckt -, so "thrilling" ist, dass ich das Fernsehen gar nicht mehr brauche. Meine Arbeit ist mit der Zeit gut geworden, am Anfang war ich schmal und heute habe ich viel mehr Breite und Tiefe. Aber ich bin noch lange nicht fertig. Haben Sie auch schon mal ein Tier gefragt, wie sich Ihre Arbeit weiterentwickeln wird? Kürzlich beim Stallmisten hat mir eines meiner Pferde, das in Spanien lebt, mitgeteilt, dass ich mal eine Klinik haben werde, um Menschen zu helfen, und zwar auf ihrer Seelenebene. Für Sie eine veritable Hiobsbotschaft ... Genau, es war schrecklich. Und nicht nur wegen den Menschen, sondern es sagte "Klinik", und da .sah ich sofort weisse Hosen und weisse Schürzen und morgens um 7 Uhr mit der Arbeit beginnen und so weiter, und ich sagte: "Nein, das will ich nicht." Aber es beharrte auf seiner Aussage und meinte, es würde dann anders aussehen, nicht wie ich mir das jetzt vorstelle. Nun, was ich unterdessen aus der Tierkommunikation heraus entwickelt habe, ist bereits sehr viel weiter gegangen als Übersetzen. Es geht bereits um das Heilen von Seelen, es geht um den Umgang mit Seelen überhaupt, es geht ums Thema Fremdenergien, um Verlust von Seelenteilen, Heilung von alten Traumata - kurz, ein Riesending. Wie findet Ihre eigene Weiterbildung statt? Ich lerne von jedem Tier, mit dem ich spreche, ich lerne von jedem Menschen, für den ich übersetze. Ich gebe sehr viele Kurse, und auch dies ist ein ständiger Lernprozess. Zurzeit bilde ich mich in Astrologie weiter und lese über Quantenphysik. Ich gehe der Nase nach und habe das Gefühl, dass ich gut geführt werde. Selbstverständlich lese ich, aber keine Unterhaltungsromane, sondern ausschliesslich Fachbücher über Tiere und, allerdings eher selektiv, allgemeine spirituelle Literatur. Kürzlich bin ich übrigens auf eine ältere LICHTWELLE-Nummer über Telepathie gestossen, die mich total fasziniert hat, und ausserdem war sie super gut geschrieben.

 

Wie sehen Sie die Zukunft der Tierkommunikation?

 

Als ich vor acht Jahren nach Kanada flog, kannte ich niemanden, der das machte. Heute boomt dieses Thema, und wenn es so weitergeht, wird die Telepathie zu einer universellen Sprache, und das ist es, was sie ja eigentlich von Anfang an gewesen ist. Ich habe mal gehört, dass der Baustoff des Universums die Liebe sei. Pina, die Hundedame hier neben uns, hat es so formuliert: "Die Sprache der Liebe ist die Telepathie."

 

Frau Gerber, herzlichen Dank für das Gespräch!

 

Helen Gerber Sirin, 1957, bildete sich nach ihrer Tätigkeit als Krankenschwester und als Tierpflegerin zur Tierkommunikatorin weiter. Heute arbeitet sie vollberuflich in diesem Bereich. Sie gibt telepathische Konsultationen per Telefon und bietet auch Kurse in telepathischer Kommunikation mit Tieren an.
Homepage: www.mittierenreden.ch

 

 


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