< Vermittlerin zwischen Tier und Mensch
01.03.2001

Die mit der Hirschkuh plaudert

Erschienen in der Zeitschrift Saemann am 01.03.2001.


Mein Pferd hat trotz ärztlicher Behandlung Koliken. Was fühlt es?» «Der Tierarzt hat mir geraten, meine Katze einschläfern zu lassen.Wasmeint sie dazu?» «Ich habe einen Rottweiler aus dem Tierheim, der stundenlang bellt. Was hat er in der Vergangenheit erlebte - Solche Fragen bekommt Helen Gerber täglich zu hören. Und sie beantwortet sie auch. Die 44-Jährige versteht sich «als eine Art Übersetzerin zwischen Tier und Mensch» und erkundigt sich bei den Ratsuchenden zunächst nach Name und Aussehen ihres Haustiers. Dann kann sie mit diesem in Kontakt treten und Fragen stellen. Als Antwort empfängt sie Botschaften in Form von Gefühlen, Gedanken, körperlichen Empfindungen oder Bildern. Diese übersetzt sie schliesslich in Menschensprache und teilt der Tierhalterin beispielsweise mit, dass ihr Pferd Angst hat, verkauft zu werden: «<Dasmacht mir Bauchweh>,hat es gesagt. Die Tierkommunikatorin Helen Gerber kann das Pferd, den Leguan oder die Küchen-Ameisen auf telepathischem Weg verstehen. «Telepathie heisst, dass ich etwas von einem Wesen wahrnehmen kann - auch über räumliche Distanz hinweg - ohne meine herkömmlichen Sinne zu benutzen. MitTieren kommunizieren: etwas für esoterische Spinner? Das Werk böser Geister? Nichts als Projektion menschlicher Vorstellungen auf die Vierbeiner und Geflügelten? «Aber nein», sagt Helen Gerber, «jeder Menschen kann mit Tieren kommunizieren, das ist etwas ganz Reales. Leiderwird uns dasWissenum unsere telepathischen Fähigkeiten aber meistens schon in der Kindheit ausgetrieben. Das war bei ihr, die mit ihrem Partner sowie zwei Hunden, vier Katzen, zwei Meerschweinchen und zwei Pferden in einem Oberbottiger Bauernhaus lebt, nicht anders. Zwar waren Tiere für sie immer wichtig: Nach zwei Semestern Veterinärmedizin liess sie sich zur Krankenschwester ausbilden und arbeitete später zusätzlich als Tierpflegerin. Sie reitet seit drei Jahrzehnten und betreibt Hundesport. Botschaften von Tieren zu empfangen, lernte Helen Gerber aber erst bei einer amerikanischen Tierkommunikatorin. Seit her ist sie «überzeugt, dass Tiere darauf warten, dass wir mit ihnen in Kontakt treten: Sie sind Helfer und Lehrer de rMenschheit.» Deshalb fragt Helen Gerber sie am liebsten «Sachen, die wirklich wichtig sind» - eine Hirschkuh im Zoo hat kürzlich auf ihre Frage «Betest du manch mal?» geantwortet: «Ich bin ein Gebet.» Heute gibt die Tierkommunikatorin ihr Wissen in Kursen weiter und erlebt etwa bei den Übungsstunden im Vivarium oder vor dem Rehgehege des Dählhölzlis «dass jede und jeder lernen kann, mit Tieren zu sprechen».

Sabine Schüphach


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