< Die Pferdeflüsterin
01.03.2000

Telepathische Kommunikation mit Tieren

Erschienen in der Zeitschrift freizeit im Sattel 03/2000.


Wir alle sprechen mit unseren Pferden und ahnen meist auch,
was sie uns mitteilen wollen. Aber darüber hinaus gibt es noch
eine andere Ebene der Verständigung - telepathische Kommunikation.
Penelope Smith ist eine Meisterin und Lehrerin darin. Bei ihrem ersten Seminar in Deutschland war fs-Autorin Monika Jaeger dabei und hört seitdem viel deutlicher, was ihr Friese zu sagen hat.

 

Wer eine intensive Beziehung zu seinen Pferden hat, kann bestätigen, dass es sich um intelligente, liebevolle und auch teilweise sehr humorvolle Wesen mit Geist und Seele handelt. Viele Menschen fühlen, wenn es ihrem Tier nicht gut geht; andere können Geschichten berichten, wie Pferde einem Stallkameraden nachtrauern oder ihren Menschenfreund trösten, wenn es diesem nicht gut geht. Wie schön wäre es, wenn man miteinander sprechen könnte!
Mein Friesenwallach Meinke(abgebildet auf Seite43) schien der Meinung zu sein, dass er mir dabei etwas auf die Sprünge helfen muss. Die Angewohnheit, mit ihrem Tier zu reden, zu erklären, was man tun möchte
oder nur Belanglosesaus dem Alltag zu erzählen, haben wohl viele; ein Pferd hingegen, das versucht, auch zu sprechen, ist schon seltener. Meinke wandte sich bei meinen Erzählungen mir immer häufiger direkt zu, nahm mit mir Augenkontakt auf und gab ein gurgelndes Geräuschvon sich. Obwohl seit 20 Jahren mit vielen Pferden vertraut, hatte ich bislang eine solche Lautäußerung noch nicht gehört. Dieses Geräusch hatte er auch nur ausschließlich für mich, und es war ganz offensichtlich, dass auch er versuchte, Kontakt aufzunehmen. Dieses Verhalten gab mir schon lange Zeit Grund zu hinterfragen, ob nicht auch mein Pferd einiges zu erzählen hätte.

Meinke stürzt - warum?


Leider war unsere Harmonie nicht ungetrübt, denn Meinke hatte erhebliche Koordinationsstörungen und stürzte ohne ersichtlichen Grund zwei- bis dreimal jährlich im Schritt komplett zu Boden eine nicht ungefährliche
Situation für uns. Tierärzte konnten jedoch keinen Befund feststellen, und ich war geneigt, es auf seine Ungeschicklichkeit zu schieben und mich damit abzufinden. Auf einem Fortbildungslehrgang für Team-Lehrer mit Linda Tellington-Jones traf ich dann auch meine Kollegin Helen Gerber aus der Schweiz und erfuhr, dass sie bei Penelope Smith die telepathische Kommunikation mit Tieren gelernt hatte. Ich bat sie, mit Meinke Kontakt aufzunehmen und ihn zu fragen, wie ich ihm helfen könne.

Was der Friesedazu sagt


Ein Auszug aus der "Unterhaltung" zwischen Helen und Meinke:
Helen: Bist du gerne ein Pferd?
Meinke: Ja, aber es ist etwas schwierig. Ich hatte mir meinen Körperweniger schwerfällig vorgestellt. Ich würde wohl lieber als Araber wiederkommen.
Helen: Was ist dein Daseinszweck?
Meinke: Ich bin Monikas Lehrer im Umgang mit Tieren, ich helfe ihr, mit Tieren sprechen zu lernen, ich bin der Aufpasser der Herde.
Helen: Was ist mit deinen Stürzen mit Monika, tut es dir nicht leid?
Meinke: Doch, es ist mir gar nicht recht. Ich mache es auch nicht mit Absicht. Die Stürze kommen aus dem Hals (er zeigt die Höhe zwischen dem dritten und vierten Halswirbel an), da sind manchmal Schmerzen auf der
rechten Halsseite.
Helen beschrieb den Unterhaltungston als sehr freundlich und humorvoll. Obwohl ich auch vorher schon an die Kommunikationsfähigkeit und Intelligenz von Tieren geglaubt hatte, war ich doch über Meinkes Aussagen
sehr überrascht und wusste erst nicht, wie ich damit umgehen sollte. Am nächsten Tag ging ich morgens ganz normal zu den Pferden, öffnete die Türen, um die Herde für den Tag aus dem Offenstall zu entlassen. Meinke vorne weg, donnerten die Pferde davon - wie immer, wenn sie sich auf ihre Weide freuen. Doch heute kam Meinke ganz alleine zurück, verzichtete auf sein Gras und auf die Überwachung seiner Herde, stellte sich vor mich, sah mich ganz intensiv an, gab seinen Gurgellaut von sich, legte seinen Kopf an meine Brust, drehte sich dann fröhlich um und weg war er. Das hatte ich noch nie erlebt! Meinke wollte sicher sein, dass ich wusste, dass er das auch wirklich gesagt hatte. Körperarbeit hilft dem pferd Ich unterstützte Meinke nun durch die TTeam-Körperarbeit mehr im Hals- und Rückenbereich, während ich mich vorher sehr auf seine Beine konzentriert
hatte. Weiter wurden durch einen Biofeldtest Mängel im Rückenmark, den Bandscheiben am stärksten im Halsbereich und am Ischiasnerv festgestellt. Nach einer intensiven Behandlung konnte man sehen, wie seine
Bewegungsfreude zunahm, die Gänge geschmeidiger wurden und er sich sichtlich wohler fühlte. Gestürzt sind wir seitdem nicht mehr. Unsere Beziehung ist seither noch intensiver geworden, und ich bemühte mich, ihm zuzuhören, wenn ich auch nicht alles verstehen konnte (und kann). Wir können lernen hinzuhören Um dies zu ändern, bat ich Penelope Smith um einen Besuch in Deutschland. Sokam es zu ihrem ersten Ausbildungskurs für telepathische Kommunikation mit Tieren:
Die Schäferhündin Afra saß mit Ihrer Menschenfreundin Karina in der Mitte eines Kreisesvon 50 Personen,sie schien sich im Mittelpunkt der Aufmerksamkeit erst etwas unsicher zu fühlen, wurde jedoch sichtlich entspannter und räkelte sich binnen kurzer Zeit genüsslich auf der Seite liegend, so dass jeder sie in voller Größe sehen konnte. Wenige der Runde kannten das Lebensumfeld von Karina und ihrem Hund.
"Ich sehe Wald", sagte einer der Teilnehmer. Ein Anderer: "Der Hund läuft neben etwas großem Weissen.", der nächste warf ein: "Läuft sie gerne mit Pferden?" Karina bestätigte, dass sie zwei Araberschimmel hat und Afra gerne auf Ausritte mitnimmt. "Sie fängt gerne Mäuse", sagte der nächste Teilnehmer. Darin sei sie eine vollendete Künstlerin, konnte Karina bestätigen, mit extremer Ausdauer fängt und frisst Afra Mäuse täglich auf der Wiese neben dem Pferdestall. "Hat sie einen roten Ball zum Spielen?" Nein, den hat sie nicht. Jede/r rätselte, wo der rote Ball herkommt, bis Penelope Smith sich einschaltete und bei Afra nachfragte. Mit Erstaunen steilten wir fest, dass auch die Tiere auf unsere Ideen eingehen. Ein Gruppenteilnehmer hatte ihr im Geiste wohl wiederholt einen roten Ballzugeworfen, bis Afra das Zugeständnis machte: "Einen roten
Ball zu haben, wäre wohl ganz nett". "Ein Junge wirft Stöckchen". Das konnte von Karina wieder bestätigt werden: In der Familie ist es nur ihr 13jähriger Sohn, der diesesSpiel mit Afra spielte. DieAufgabenstellung für die Teilnehmer war nun, Afra nach ihren Lieblingsbeschäftigungen zu befragen. 50 Personen mit 25 Hunden und zwei Meerschweinchen waren hier versammelt, um im Basiskurs gemeinsam zu üben. Alle kamen zu Wort. Im darauf folgenden Aufbaukurs war die Teilnehmerzahl limitiert, um eine optimale Betreuung gewährleisten zu können. Hier übten 20 teilnehmende Menschen, zehn Hunde und ein Hahn sowie seine fünf Hennen fleißig weiter.


Tierkommunikatoren üblich in den USA


Penelope Smith ist weltweit als Spezialistin telepathischer Kommunikation bekannt. In Europa noch wenig verbreitet, ist es in den USA längst normaler Alltag, bei scheinbar unlösbaren Verhaltens- oder Gesundheitsproblemen, zur Frage einer eventuell notwendigen Euthanasie oder zum besseren Einvernehmen mit den eigenen Tiergefährten den Kontakt mit einem Tierkommunikator aufzunehmen. Auch bei
der Suche nach einem vermissten Tier kann hier oft Ratgeholt werden.

Alle Menschenhaben die Gabe...


Die Gabe, mit Tieren telepathisch zu kommunizieren, wurde uns allen in die Wiege gelegt, jedoch meist im Kleinkindalter aberzogen. Bei den meisten Erwachsenen überwiegen logisches Denken, gesellschaftliche Normen und Klassifizierungen, wodurch unsere Intuition verloren geht oder verkümmert. Penelope Smith konnte sich dieseGabe erhalten und gilt als Pionierin in der telepathischen Kommunikation (siehe rechts).
In ihrem Kurs gab sie uns mit viel Humor Einblick in die Möglichkeiten einer" Unterhaltung" mit unseren tierischen Wegbegleitern und machte durch verschiedene Fallgeschichten auf die Weisheit und das umfangreiche
Wissen unserer Freunde aufmerksam. Durch einfache Übungen gab sie uns die Möglichkeit, bereits unbewusst stattgefundene Kommunikationen mit eigenen Tieren zu überdenken. Bei telepathischer Arbeit von Mensch zu Mensch nutzen wir die Vorteile, dass unser Gegenüber sagen kann, was er für Informationen erhalten hat. Wesentlicher Aspekt und für uns Menschen oft so schwierig war es, sich einen stillen Raum der
Aufnahme zu schaffen, in dem unser Gehirn uns nicht mehr mit einem Gedanken nach dem anderen überflutet, wir nicht mehr jedes Lebewesen sofort kategorisieren und somit bereits bestimmtes artspezifisches Verhalten erwarten. Wir mussten lernen, alle Sinne zu gebrauchen und die erhaltenen Informationen ob in Form von Bildern, Worten, Gerüchen, Farben oder Formen - in menschliche Sprache umzusetzen. Wenn manchmal auch noch etwas lückenhaft, so konnten wir mit der Zeit doch manchen Gesprächsfetzen auffangen. Ich war beispielsweise erfreut, dass ich es richtig empfunden hatte, wenn mir die Hündin Luna mitteilte,
dass ihr liebster Spielgefährte ein lamm sei, und ihre Aufgabe nicht nur sei zu wachen, sondern sie auch für eine gute Stimmung im Hausverantwortlich sei. Ihr dazugehöriger Mensch konnte mir bestätigen, dass der Hund das reinste "Antidepressivum" sei. Der kleine Flowusste nicht, über was er sich mehr freuen soll: dass seine Menschenfreundin begriffen hatte, dass Hühnchen seine Lieblingsspeise ist, oder dass er als Menschenlehrer eine richtig ernste Aufgabe hat. Es wird noch sehr viel Übung nötig sein.Allen Kursteilnehmern den menschlichen und nichtmenschlichen hat es viel Spaß gemacht und eine große Bereicherung in ihr Leben gegeben.